Krankenversicherung – Ab 2010 steigen die Beiträge
Welchen Standpunkt man auch immer vertritt, ob Solidargemeinschaft, Bürgerversicherung oder Kopfprämie, wer privat versichert ist, befindet sich immer auf der sicheren Seite. Die gesetzliche Krankenversicherung kann jederzeit durch Parlamentsbeschluß verändert und gekürzt werden. Dem privat Versicherten stehen die vertraglichen Leistungen unabhängig von weiteren endlosen Gesundheitsreformen lebenslänglich zu.
Die privaten Krankenversicherer müssen jährlich das Verhältnis von ausgezahlten Leistungen zu den eingezahlten Beiträgen überprüfen. Sind die Leistungen höher als erwartet, werden die infrage kommenden Tarife für das kommende Versicherungsjahr angepasst. Die Änderungen werden mit Zustimmung eines Treuhänders wirksam.
Die Beitragssteigerungen fallen je nach Gesellschaft und Tarif unterschiedlich aus. Während einige Tarife bis zu 25 Prozent teurer werden, bleiben andere komplett verschont. Möglich, dass Beitragssteigerungen dann in weiteren Jahren umso höher ausfallen. Hin und wieder wurden Tarife auch schon gesenkt.
Die Debeka (Marktführer mit 4,3 Millionen privat versicherter Menschen) verlangt für das Jahr 2010 im Schnitt eine Erhöhung um 5 Prozent, blieb aber zuvor 4 Jahre lang völlig beitragstabil, die DKV um 8 Prozent, die Viktoria um 6 Prozent. Wie unterschiedlich Beitragssteigerungen von Sparte zu Sparte auch bei der gleichen Gesellschaft ausfallen können verdeutlichen Ergebnissse der DKV und der AXA. Die DKV musste ihren Spezialtarif um 25 Prozent anheben. Alle Gesellschaften beklagen hohe Behandlungskosten, die die Beiträge nach oben gedrückt hätten.
Beitragsänderungen bieten ein ausserordentliches Kündigungsrecht Ein Versichererwechsel bringt im allgemeinen aber nur Nachteile für den Kunden mit sich. Ein Vergleich der Gesellschaften ist problematisch. Die Leistungen sind unterschiedlich, und es wäre wie mit Äpfeln und Birnen. Die meisten Gesellschaften erhöhen die Beiträge jährlich. Die Gesellschaft, die heute die günstigste ist, kann ein oder zwei Jahre später im Mittelfeld landen. Umgekehrt genau so. Auch eine langfristige Beurteilung ist schwierig. Die Tendenz müßte ebenfalls berücksichtigt werden. Man sollte das ganze nur ins Auge fassen, wenn ein neuer Versicherer die Gesundheitsverhältnisse geprüft und akzeptiert hat. Last but not least: Die angesparten Altersrückstellungen gehen zum großen Teil verloren.

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