Wichtiges zum Wintersport
Nach dem großen Schneeeinfall der letzten Wochen ist die Wintersportsaison, zumindest in den höheren Lagen der Mittelgebirge und in den alpinen Skigebieten noch lange in vollem Gange. Da ist wieder die Frage aktuell, ob Skiläufer und Snowboarder einen Helm tragen sollen oder nicht.
Eine gesetzliche Pflicht ist bisher umstritten. „Aus medizinischer Sicht ist es aber nur zu empfehlen, auch um eher vorsichtige Skifahrer vor den Folgen eines Zusammenpralls zu schützen“, meint Professor Ulrich Brunner, Chefarzt der Unfallchirurgie im Krankenhaus Agatharied, das unweit der beliebten Skigebiete Sudelfeld und Spitzingsee liegt. „Vor allem die Gefahr eines schweren Schädel-Hirn-Traumas lässt sich mit einem Skihelm deutlich verringern“, erklärt Brunner, selbst ausgebildeter Skilehrer.
Helmpflicht gibt es bisher nur im Alpenraum in Norditalien, Slowenien und Kroatien, allerdings nur für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre. Doch auch ohne Gesetz gehen überall immer mehr Skifahrer mit Helm auf die Piste. Aktuellen Erhebungen zufolge sind es bei Erwachsenen in Deutschland 60 Prozent, bei Kindern bis 14 Jahre sogar über 90 Prozent.
Interessant sind in diesem Zusammenhang Studien der ARAG-Versicherung, die seit 30 Jahren Unfälle im alpinen Skisport untersucht. Es ist nicht so, dass Kopfverletzungen vor allem durch Zusammenstöße passieren. Viel häufiger sind demnach Stürze ohne Fremdeinwirkung, etwa wegen harter oder vereister Pisten. Für die Saison 2007/2008 ergibt sich folgendes Bild: Sturz ohne Fremdeinwirkung – 40 %, Kollision mit anderen- 30 %, Sturz wegen Behinderung durch andere – 14 %, Kollision mit einem Gegenstand – 6 %, Sonstiges – 10 %.
Der Deutsche Skiverband rät allen Skifahrern, nicht nur auf Tragen eines Helms zu achten, sondern auch an die körperliche Fitness und eine skitaugliche Ausrüstung zu denken. Das heißt; Ski und Bindung regelmäßig kontrollieren, sich vor der Abfahrt aufwärmen, keinen Alkohol, rechtzeitig Ruhepausen einlegen. Was ganz wichtig ist, für gute Sicht sorgen! Fast ein Drittel der Skifahrer, die Brillenträger sind, gehen ohne geeignete Sehhilfe auf die Piste. Folge ist, dass ein Großteil der Skiunfälle durch Wahrnehmungsfehler mitverursacht werden.
Noch was zum Skihelm: Er muss nicht teuer sein, es gibt gute schon ab 40 Euro.
Beim Einkauf ist gute Beratung wichtig, da es die verschiedensten Modelle gibt, auf bequemen Sitz Wert legen , Skibrille zur Anprobe mitnehmen, auf Prüfkennzeichen CE EN 1077 achten.

Abonnieren Sie unseren RSS-Feed