10 Euro fürs Geldabheben bezahlen!
Der Gang zum Geldautomaten ist für uns seit 30 Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden. Soweit so gut: Solange man beim eigenen Institut oder besser gesagt, Verbund bleibt, ist es kostenlos. In Deutschland haben sich vier Bankgruppen zu Bargeld-Pools zusammengeschlossen. Die größte Gruppe sind die Sparkassen mit 25 700 Geldautomaten, die Genossenschaftsbanken haben 18 600 Automaten, die großen Privatbanken verfügen über 7 000 und einige kleinere Privat-und Direktbanken haben 2 500 Geldautomaten. Dann gibt es noch die Direktbank ING-Diba mit 1 500 eigenen Automaten, meist an Aral-Tankstellen.
Nun liegen dem Bundeskartellamt zahlreiche Beschwerden über zu hohe Gebühren an Geldautomaten vor. „Diese Beschwerden werden geprüft“, sagte ein Sprecher der Presse. Die Behörde habe Fragebögen an 280 Banken verschickt und eine Beantwortungsfrist bis Ende März gesetzt. Danach solle über die evtl. Einleitung eines formellen Verfahrens entschieden werden, so eine Sprecherin der Behörde im Fernsehen. Überprüft würden bundesweit tätige Banken sowie regionale Geldinstitute in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
Im Januar hatte die Frankfurter Finanzberatung FMH eine Studie über die Nutzung von Kreditkarten an einem verbundfremden Geldautomaten veröffentlicht. Danach mussten zu Jahresbeginn im Schnitt Gebühren von 5,64 Euro bezahlt werden, 13 Prozent mehr als noch vor einem halben Jahr. Manche Institute hätten in dieser Zeit die Gebühren auf bis zu 10 Euro erhöht. Am meisten bezahlen müssten Kunden einzelner Sparkassen und Genossenschaftsbanken, hieß es in der Studie. Der hohe Anstieg bei den Gebühren für Bankkunden sei nicht länger tragbar, heißt es auch beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

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