Skimming – immer mehr Manipulation an Geldautomaten

Erschreckende Zunahme von Ausspähung von Bankdaten

Erst einmal eine interessante „Laufbahn“ des Geldautomaten:
1967 wurde in London der erste Geldautomat in Betrieb genommen. Erfunden wurde er von John Shepherd-Barron (gest. 15.05.2010).
Die deutschen Kreditinstitute betreiben zur Zeit ca. 57000 Geldautomaten, europaweit gibt es ca 400 000 Geldautomaten.
Geldautomaten müssen vom Zentralen Kreditausschuss genehmigt sein.

Stellen Sie fest, dass von Ihrem Konto unbefugt Geld abgehoben worden ist, informieren Sie umgehend Ihre Bank und lassen die Karte sperren. Sie können das auch jederzeit telefonisch veranlassen: Zentrale gebührenfreie Sperrnummer: 116 116, aus dem Ausland: +049 116 116.

Nun zum Aktuellen: Mit großer Bestürzung war in den Medien zu erfahren, wie die Manipulation von Geldautomaten zugenommen hat! Vom Bundeskriminalamt wurde ein Jahresbericht herausgegeben, danach sind in 2009 964 Geldautomaten manipuliert worden. Das sind  20 Prozent mehr als im Vorjahr. Da einige Geldautomaten mehrmals präpariert worden waren, kommt es auf 2000 Angriffe.Das BKA geht davon aus, das von einem manipulierten Automat die Daten von 60 Kunden ausgekundschaftet wurden. Der Schaden durch Einsatz gefälschter EC-Karten mit deutschen Kundendaten rechne sich auf 40 Milliarden Euro!

Die Täter kommen zumeist aus dem südosteuropäischen Raum. Das BKA spricht von hochprofessionellen organisierten Tätergruppen. Im Fernsehen wurde (gestellt!) gezeigt, wie raffiniert mit Kameras, elektronischen Geräten ( an der Decke im Rauchmelder versteckt z.B.) usw. gearbeitet wird. Die Täter agieren meist nach Dienstschluss oder an Wochenenden, weil dann die Wahrscheinlichkeit gering ist, beim Einbau der Skimming-Geräte ertappt zu werden. Seit Geldautomaten vermehrt mit Antiskimming-Vorrichtungen ausgerüstet wurden, tauschen die Täter nun die Türöffner zum Bankeingang aus. Der manipulierte Türöffner liest die Daten aus, eine Minikamera zeichnet die PIN-Eingabe auf. Viele Banken haben deswegen schon die Türöffner abgebaut. Neuerdings ist bekannt, dass die Gangster schon zu einer neuen Verfahrensweise übergehen, indem sie einfach eine falsche Tastatur einbauen, welche die Ziffernfolge der PIN speichert.

Besonders gefährdet sind Geldautomaten, die sich direkt an der Straße befinden und im Vorraum einer Bank. Manche Automaten, z.B. bei der Postbank, sind nicht Video-überwacht. Vermehrt werden auch Terminals in Kaufhäusern, Baumärkten, Tankstellen usw. angegriffen. Sogar Fahrkartenautomaten und Ladenkassen werden manipuliert.


Deutsche Bankkunden sollten im Ausland besonders vorsichtig sein! Europäische Schwerpunktländer für den Einsatz gefälschter (durch Ausspähen) Debitkarten sind Italien, Rumänien, die Niederlande, Frankreich und die Türkei. (75 % aller gefälschten Karten).Weltweit agieren die Täter in Südafrika, Brasilien, Marokko, USA sowie Namibia (9 %). Es wurde festgestellt, dass nach Frankreich und der Türkei besonders in Südafrika Gefahr für Touristen beseht. Das lässt gerade jetzt vor der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika aufhorchen.

Ein Tipp, den ich kürzlich gelesen habe: Man sollte gerade im Ausland nur die Automaten in offiziellen Banken zu den Öffnungszeiten benutzen. Die Transaktionen sollte man immer in einer Sprache durchführen, die man versteht. Wenn etwas merkwürdig erscheint, sofort den Vorgang abbrechen.

Auch hier sollte man, wie überhaupt, wenn ein Skimming-Fall eintritt, sofort die Karte sperren lassen und die Polizei informieren.(Anzeige erstatten). Gerade bei einem Skimming-Fall im Ausland sei die Beweisführung des Geschädigten schwierig, auch die Hinzuziehung eines EDV-Sachverständigen könne häufig nicht helfen, so erklärte der Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen in einer Pressemitteilung vom20.04.10.

So bleibt bei mir, so bequem und fantastisch die Möglichkeit ist, jederzeit seinen Geldbeutel auffüllen zu können, ein ungutes Gefühl, je mehr man davon erfährt. Ich gehe jedenfalls eher ungern zu, jedenfalls fremden Geldautomaten. Aber man soll nicht immer nur pessimistisch, wenn auch natürlich vorsichtig, vorgehen. Trotzdem auch allen, die in Urlaub fahren und den Geldautomaten sicher nutzen werden, einen schönen.

(Kurz ein eigenes Erlebnis: Es war schon ein erhebendes Gefühl, mitten im Outback von „down under“, in Alice Springs, einfach an den dortigen Geldautomaten zu gehen und wunderbarerweise die Urlaubskasse neu  bestücken zu können).

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Kategorie: Allgemeine News |