Gute Chancen auf dem Lehrstellenmarkt

Es ist sehr erstaunlich, aber trotz Wirtschaftskrise sind die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sehr gut, in vielen Fällen sind nicht die Plätze, sondern die Bewerber knapp. Laut einer Umfrage des DIHK (Deutscher Industrie-und Handelskammertag) bei 15 000 Unternehmen sind selbst in 2009 50 000 von 220 000 angebotenen Ausbildungsplätzen unbesetzt geblieben. Der Geburtenrückgang werde auch in den kommenden Jahren zu weniger Bewerbern führen. In 2010 gibt es mit 880 000 Schulabgängern drei Prozent weniger als 2009. Bei Haupt- und Realschulabsolventen gebe es sogar ein Minus von vier Prozent. Das läge am stark gestiegenen Anteil an Studienanfängern, so wurde festgestellt. Nach 2006 mit 350 000 Anfängern seien es bereits 2009 420 000 gewesen.


Leider kommt noch hinzu, wie schon vielfach in den Medien zu erfahren, dass die schulische Vorbildung in vielen Fällen  nicht ausreicht, um eine Lehre erfolgreich zu bestehen. Viele Betriebe klagen auch über mangelnde Leistungsbereitschaft, Disziplin und Belastbarkeit der jungen Leute.



Da macht es große Freude, von Betrieben zu hören, die sich dieses Mankos wohl bewusst sind und trotzdem bewusst schwachen Schulabgängern eine Chance geben. Es hat sich erwiesen, dass Schüler mit schlechten Zeugnissen besonders motiviert sind und ihre Dankbarkeit für diese Chance mit Einsatz, Fleiß und Zuverlässigkeit zeigen. Es gibt sogar Nachhilfe von älteren Mitarbeitern. Außerdem können diese Firmen das Angebot der „ausbildungsbegleitenden Hilfen“ der Bundesagentur für Arbeit nutzen.


Auch die Deutsche Telekom will mit gutem Beispiel dabei sein. Viele Schüler kämen mit nicht gefestigtem Wertesystem, auch beim Sozialverhalten müsse man nachsteuern. In ihrem Programm „Meine Chance – ich starte durch“ können Schüler „mit Hartz- IV-Hintergrund“ in einem einjährigen Praktikum bei der Ausbildung mitmachen. Wenn sie sich dabei bewähren, können sie gleich ins zweite Ausbildungsjahr einsteigen. Nach anfänglicher großer Vorsicht zeichne sich da ein absolute Erfolgsgeschichte ab, so die Telekom. Dabei wird aber betont, dass solche Programme die Schulen nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Teilweise zögen Schulen sich aus der Verantwortung zurück mit dem Argument, dass sie die Versäumnisse des Elternhauses nicht nachholen können. Das dürfe aber nicht bedeuten, dass Arbeitgeber die Versäumnisse beider nachholen müssen.

  • Twitter
  • Facebook
  • MisterWong.DE
  • Webnews.de
  • Yigg